5.2. Zustand des Sängers

Alle Veränderungen im Körper beeinflussen die Stimme. Gute Laune, optimistisches Tonus, Munterkeit sind alle Garantien eines erfolgreichen Unterrichts. Der allgemeine Tonus des Menschen hängt von Schlaf ab. Es ist bekannt, dass die Stimme wegen eines chronischen Schlafmangels an Kraft und Klangfülle verliert, das führt zur Müdigkeit, in diesem Zustand wird ein Gesangsunterricht kein Nutzen bringen. Nach Aufwachen kann die Stimme nicht ordentlich funktionieren. Man sagt, es sei nötig war "aufzuwachen". Darum muss man den Unterricht nicht früher als eineinhalb Stunden nach dem Schlaf beginnen (aber wir müssen uns daran erinnern, dass in der Übung alles individuell ist). Auch wichtig ist die psychologische Verträglichkeit des Schülers und des Lehrers, von denen der Erfolg abhängt. Das erklärt zum Teil eine lange Suche nach dem "passenden" Lehrer, das Wandern von Klasse zu Klasse, Nervenzusammenbrüche, sichtbare und unsichtbare Tränen, "Korridorausbildung".

Die Lebensmittel beeinflussen auch den Stimmklang. Die Lebensmittel, die die Schleimhaut reizen, sind schädlich - Scharfes, Bitteres in großen Mengen, zu Süßes oder zu Saures, zu Heißes. Alkohol verursacht die Rötung der Schleimhäute, Schwellungen und einen starken Schleimauswurf. Nach Alkoholkonsum kann man heiser werden. Eine ähnliche Wirkung hat das Rauchen. Sofort nach dem Singen darf man keine Eis essen, man darf auch kein kaltes Wasser trinken, weil die Muskelgewebe mit Blut gefüllt sind und heiß bleiben. Ihre Unterkühlung kann zu Entzündungen führen.

Bald kommt es vor, dass die Studierenden fast ganz nichts wissen und nachlässig sind im Umgang mit der Gesundheit im Allgemeinen, mit der Stimme und dem Stimmbildungsapparat. Für die meisten sind Entzündungen und keine Stimmpflege üblich.

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