2.4. Sängerstimme: Stimmklangfarbe

Stimmklangfarbequalität.

Die Stimmklangfarbe ist die wichtigste Kennzeichnung in der Gesangskunst.

Oft nennt man die Stimmklangfarbe einfach die Stimmfarbe. Nach der Stimmklangfarbe kann man leicht zwischen vertrauten Stimmen zu unterscheiden. Nach der Stimmklangfarbe bestimmen Gesangslehrer die Art eines Sängers, der Grad der Professionalität.

Die erste Sorge eines Gesangslehrers ist die Freiheit des Gesangsapparats bei den Studierenden im Gesang. Die Freiheitsgrad oder übermäßige Stimmspannung wird durch das Ohr besonders gut wahrgenommen. Die Spezialisten schätzen den Resonanzgesang, die Rundheit der Vokalen, die Ebenheit der Registerübergänge, Stimmenklangfülle und den fliegenden Charakter des Tons, die nähe und die hohe Vokalposition, das Vibrato, der Stimmklangfarbenreichtum.

Wenn wir die Stimmklangfarbenqualität einschätzen, geben ihm die Musiker Definitionen aus dem Bereich der visuellen, räumlichen, taktilen und anderen Assoziationen, z.B. eine fließende Stimme oder eine, die gerade ist, wie ein Stock. Der Klang der Stimme kann rund oder flach, weich oder hart, scharf, bitter oder stumpf, matt, metallisch oder baumwollig, zusammengebrochen oder gesammelt, thorakal oder kranial, ohne Stütz oder gut gestützt, windig, aktiv oder träge, weiß oder dunkel, mit Tremolo gefüllt, nasal, mit einer Hupe in sich, samtig, heiser, schrill, gepresst, erstickt, guttural, dumpf usw.

Die unendliche Vielfalt, die wir zwischen den Klängen der Sängerstimme unterscheiden ist das Ergebnis von verschiedenen Kombinationen und Veränderungen von nur drei Parametern: die Schwingungsfrequenz der Schallquellen, die Schwingungsamplitude und den Obertongesang in der Stimme.

Diese drei Parameter betrachten wir als Größe, Stärke und Stimmklangfarbe.

Vokalformanten in Singen.

Zuerst entsteht der Ton auf dem Glottis. Es stellte sich heraus, dass er ist nicht wie die Klänge, die wir im Raum hören. Dieser Anlaut hat keine Stimmklangfarbe, keine Vokalform oder Konsonantenform. Bei der Bildung der Rede, erkennbar an Ohr, die Hauptrolle gehört offensichtlich dem oropharyngealen Kanal. Das ist dieser Kanal, wo, dank einer Änderung in seiner Form und Manifestation die Resonanz-Effekte, die endgültige Formbildung vom Klang und von der Klangfarbe entsteht. Jeder Vokal hat die Mund-und Rachenraumformanten. Ihre Anwesenheit im Spektrum von Vokalen, die verschiedene Menschen unterschiedlich aussprechen, ermöglicht es unserem Ohr, sie in dieser Form wahrzunehmen. Diese Formanten sind Vokalformanten genannt, die Frequenzen, die diese Vokale bestimmen. Die übrigen Obertöne, die in der Stimmklangfarbe des Sprechers oder des Singers sind, machen seine individuelle Farbe.

Nennen wir Beispiele für den Mund- und Rachenraumformanten:

  • I - der Mundraum ist klein, der Vokal schwingt bei einer hohen Frequenz von 3200Hz, die der hohen Formante nähert und wird bei Gesangslehrern für einen hohen hellen Ton verwendet, die Rachenraumformante ist von 370Hz,
  • U - Die Kehle ist weit gestreckt, so schwingt sie bei einer niedrigen Frequenz von 900Hz, die Lehrer empfehlen sie für die Suche nach Brustresonanz, die Frequenz der Mundraumformante ist von 400Hz,
  • O - Formantfrequenz der Rachenraumformante ist von 1000Hz, der Mundraumformante ist von 700Hz. Das gesamte Volumen wird homogen, so empfehlen sie die Gesangslehrer, um einen runden Ton zu ermöglichen,
  • A - nähert sich dem Vokal, die Frequenzen: 700Hz und 1000Hz
  • E - 700 Hz und 1400 Hz.

Die Mundhöhle wird größer in der Sequenz, I - E - A - O - U. Das Rachenraumvolumen verringert sich in etwa gleicher Reihenfolge.

Hohe und niedrige Vokalformanten.

Für die professionell geschulte Stimme gelten folgende Definitionen: klingt hell, mit viel "Metall" oder "Silber", gerundet, weich, räumig, "samtig." Durch spektrale Analyse der Stimme wurde festgestellt, dass "Brillanz", "Metall" und "Silber" durch die Anwesenheit von sogenannten hohen Vokalformanten ermöglicht wird, d.h. durch einen Hochfrequenzbereich, der 30-35% der Schallenergie zusammensammelt. Für dunkle Stimmen ist dieser Hochfrequenzbereich etwa 2500-2800Hz, für hohe Stimmen - 3200Hz.

In Gesangspädagogik gibt es auch das Konzept der niedrigen Vokalformante von 517Hz. Mit Hilfe spezieller Geräte wurde festgestellt, dass von diesem Bereich die "Fleischigkeit", "Sämtigkeit" der Stimme. Die Stimme eines professionellen Sängers ist die Stimme eben in der Struktur des Registers und der Fähigkeit, die Vokale so zu bilden, dass es die Bereiche der hohen und niedrigen Formanten gibt. Aus der Sicht der Akustik kann man die Aussage der italienischen Lehrer so erklären: "Stützen Sie die Brust an den Kopf, den Kopf auf die Brust."

Fliegender Toncharakter.

Von den hohen Vokalformanten hängt die Fähigkeit der Stimme, den Raum durchzufliegen, über dem Orchester fliegen, ab - das ist der fliegende Toncharakter. Wenn man den Hochfrequenzbereich aus der Stimme ausschneidet, verliert die Stimme ihren Glanz, wird stumpf, entfernt, in der Festigkeit deutlich reduziert. Diese hohe Formante entspricht dem F7.

Radiographische Untersuchung des Gesangsprozesses ergab, dass der Singende am Eingang des Kehlkopfes eine Verengung bekommt. Ihre Größe ist von 2,5-3cm, und daher hat Resonanz eine Frequenz von 2500-3000Hz.

Es gibt in Stimme viele Obertöne, auch wenn der Sänger einen festen Angriff verwendet. Wenn der Angriff träge ist, hat die Stimme einen "zerlegten" Charakter.

So wird die primäre Stimmklangfarbe die auf den Stimmbändern entsteht, durch den Resonanz in der Luftröhre, Kehlkopf-, Rachen-, Mund verändert. In der Luftröhre und Kehlkopf entstehen Gesangsformanten, in der Kehle und dem Mund - Vokalformanten.

Akustik erklärt auch die Anwesenheit von nasalierten Lauten. Wenn der weiche Gaumen gesenkt wird, gibt es einen Kanal im Nasopharynx, der die Frequenzen in der Größenordnung von 2000 Hz absorbiert. Das Fehlen dieser Frequenzen in der Stimme ist als ein nasaler Ton wahrgenommen.

Orientierung der Sängerstimme nach vorne, auf den Beobachter, hängt von der Anwesenheit von der höhen Singformanten. Die Akustik zeigt, dass solche Zischlaute wie S, TS, SKH, SKHTSKH und andere, in ihrem Spektrum viele höhere Frequenzen haben, so wird in der Gesangspädagogik eine besondere Aufmerksamkeit der Aussprache der Konsonanten dieser Art im Hinblick auf die Diktion und auf den nähen Ton.

Vibrato.

Die Stimmklangfarbe ist, in erster Linie, durch die spektrale Zusammensetzung bestimmt, und zweitens, sie hängt von der Vibrato ab. Vom Gehör wirkt die Stimme mit einem natürlichen Vibrato als frei fließend und warm. Wenn die Vibratofrequenz von 6,7 Zyklen pro Sekunde ist, verändern sich alle Toneigenschaften: Größe, Stärke, Ton. Wenn das Vibrato seltenere Frequenzen hat, hat es den Effekt der "Schaukelbewegung". Mit häufigeren Schwankungen sagt man, dass die Stimme "Lamm" oder "Tremolo" hat. Das Vibrato verändert die Stimme in der Höhe von Eineinhalb Ton, d.h. es vibriert um die Mittenfrequenz, die als Haupt-Ton wahrgenommen wird. Die Stimme des Kindes hat ein schwaches Vibrato. Man unterscheidet das Vibrato von der Tonhöhe, von der Klangfarbe (d.h. bei der gleichen Höhe ändert sich der Klangcharakter vom leichten zu dunklen) und Kraftvibrato.

Hohe Position.

Mit der Fähigkeit, die Arbeit der Körper so anzupassen, dass die Stimme den Bereich der hohen Singen Formante hat und dass es dort eine Konzentration von Energie gibt, ist der Ton verbunden. Dieses Konzept kann als eine physiologische Anpassung des Stimmapparats für maximale Lautstärke der Stimme bei einem geringen Energiekonsum. Deshalb sind die Bestrebungen der Gesanglehrer so, dass sie in erster Linie an der hohen Position arbeiten, nicht an der Lautstärke.

<