1.4.3. Stimmeinsatz

Stimmeinsatz bedeutet in der Gesangstechnik den Tonanfang, d.h. das erste Moment der Zusammenarbeit der Stimmlippen und der Atmung.

Es gibt folgende Arten vom Stimmeinsatz:

- ein sehr harter (explosiver) Einsatz, ein starker Schub der subglottalen Luft zwingt automatisch die Stimmlippen dichter und tiefer zusammenkommen;

- ein harter Einsatz - die subglottale Luft unter dem Überdruck kommt durch dicht geschlossene Stimmlippen und lasst sie mit dem größten Teil ihrer Masse vibrieren.

- ein weicher Einsatz - eine relativ leichte Berührung der Stimmlippen zum Zeitpunkt des Klangs;

- ein sehr weicher Einsatz (ein gehauchter Einsatz), der entsteht, wenn das Schließen der Stimmlippen unvollständig ist, und es gibt einen bestimmten Luftanteil zwischen ihnen.

Einen einzigen richtigen Stimmeinsatz gibt es nicht und kann nicht geben, denn es gibt viele Arten, den Anlaut zu starten, diktiert vom Kunstwerk, das Sie singen wollen. Allerdings ist ein zu viel gehauchter Einsatz schädlich für die Stimme, und, wenn möglich, muss man ihn nicht oft und sehr sorgfältig benutzen. Manchmal ist er im Laufe der typischen emotionalen Zustand einiger Rollen in den russischen Opern oder in dramatischen Szenen erforderlich, vor allem in den Verismusopern (von Leoncavallo, Puccini, Mascagni, Giordano usw.), aber der Sänger muss in der Lage sein, diese Art und Weise ohne Schäden an der Stimme anzuwenden. In allen Fällen muss der Anlautfluss weich sein, ohne Druck. Natürlich muss man dies nicht mit weicher Tonmattigkeit verwechseln, die wegen Krankheit oder Mangel am singenden Tonus vorkommt. Man darf auch nicht den Beginn mit Staccato mit dem harten Angriff verwechseln, das sind unterschiedliche Techniken. Es ist sehr wichtig, genau zu starten und die gegebene Note zu singen - das ist die Reinheit der Intonation. Viele Sänger, nicht nur Amateure und Studenten, aber auch erfahrene Profis haben einen "unreinen", ungenauen Ton. Drei typische Fälle der ungenauen Intonation:

1) Eine präzise Note "rutscht" nach oben oder nach unten ab, in der Regel nach unten.

2) Die Note klingt sofort unrein.

3) Der Sänger kommt nicht zur richtigen Note, und vor der Note berührt er ein bisschen die anderen, eine Art Vorschlag oder schnelles "Anfahren".

Mit einem "schmutzigen" Ton muss man vom Anfang an kämpfen. Die ungenaue Intonation kommt häufiger in den oberen Noten vor, so Sie müssen zuerst einen genauen Ton in der Mitte der Stimme erzielen und dann schrittweise die Stimmlage korrigieren. Oft ist eine ungenaue Intonation ein Ergebnis der Forcierung und verschwindet mit ihrem Entfernen. Manchmal ist es das Ergebnis einer weichen Lautbildung. In allen Fällen, muss zuerst die Ursache gefunden werden und dann sucht man ein Mittel zur Korrektur.

Aber Sie müssen sich dem klaren Tonbeginn im Kehlkopf angewöhnen und sich selbst kontrollieren lernen. In Unterhaltung einer stabilen Tonpräzision spielen die richtige Anlautbildung und die Anpassung des Stimmapparats eine große Rolle.

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