1.4. Resonator Teilsystem der Stimmbildung

1.4.1 Die Resonatoren

Bild 10. Rachenraum Bild 11. Das Atemapparat

Die Rolle der Resonatoren spielen im menschlichen Stimmapparat verschiedene Lufthohlräume in den Atemwegen, die die Stimmlippen von oben und von unten umräumen. Deswegen haben sie auch ihren Name: die oberen und die unteren Resonatoren. Die unteren sind die Luftröhre und die Bronchien. Sie geben der Stimme die Resonanz in der Brust, die Vollständigkeit und das Volumen.

Alles oberhalb der Stimmlippen an den Mund heißt die Verlängerungsröhre oder den Vokaltrakt, er bezieht sich auf den oberen Hohlraum. Das sind die Kehle und die Mundhöhle. Die oberen Resonatoren, zu denen auch die Nasenhöhle gehört, verstärken die Stimme, die in der Kehlkopf gebildet wird, dabei erfolgt die Kopfresonanz, sie haben einen großen Einfluss auf die Stimmfarbe.

Die Kehle und die Mundhöhle sind die wichtigsten Resonatoren. Wenn Sie sie mit Röntgenstrahlen beim Sprechen und Singen beobachten, können Sie sehen, wie sich die Form dieser Hohlräume komisch verändert, sie dehnen sich in enge Röhren und Spalten, dann expandieren sich stark.

Die Nasenhöhle, im Gegensatz zu den Stimmapparat, ändert nicht die Form und das Volumen, aber ist dennoch in der Bildung der Vokale und der Konsonanten beteiligt und kann auch Auswirkungen auf die Klangfarbe haben. Dies erfolgt dank dem weichen Gaumen, das je nach seiner Erhöhung die Wechselwirkung der Nasenhöhle und des Rachenraumresonators bestimmt.

Die besten Bedingungen für die optimale Nutzung der Resonanzeigenschaften im Nasopharynx werden erzielt, wenn der weiche Gaumen von der Rückseite des Halses ein bisschen entfernt ist.

Im Ruhezustand hängt das Gaumensegel in den Rachenraum. In seiner Mitte gibt es einen Vorsprung - die sogenannte kleine Zunge. Der weiche Gaumen und vor allem das kleine Zäpfchen sind reich innerviert und beeinflussen reflexartig den Muskeltonus des gesamten Kehlkopfes. Davon hängen die Aktivität des weichen Gaumens und die Stimmqualität ab. Vorne kommt der weiche Gaumen in den harten Gaumen und hinten liegt er als zwei symmetrische Falten der Schleimhaut - die Gaumenbogen. In ihrem Inneren befinden sich die Muskeln, die den weichen Gaumen heben, und zwischen den Gaumenbogen liegen die Gaumenmandeln.

Der harte und der weiche Gaumen mit den vorderen Zähnen - den Schneidezähnen - bilden die Gaumengewölbe, dessen Struktur beeinflusst die Stimmfarbqualität. Man bemerkte, dass gute Sänger die symmetrische Struktur des Gaumengewölbe haben.

Die Maulhöhle öffnet sich von hinten mit einem breiten Spalt - dem Rachen - in den mittleren Teil des Rachens. Bei guten Sängern wird er breiter beim Singen.

Der Rachen ist eine muskulöse Röhre, der am Oben unter dem Gewölbe des Schädels endet, unten wird sie aber enger und kommt vorne in den Hals und hinten - in die Speiseröhre. Das Volumen des Rachens kann sich ändern, aufgrund der Verringerung der Muskelwände oder der Bewegung des Kehlkopfs allgemein in vertikaler Richtung.

Der Kehldeckel, der sich im unteren Teil des Rachens befindet, hat auch die Fähigkeit, seine Position zu ändern, was die Resonanzklang stark beeinflusst.

Man muss beachten, dass die Bewegung des Kehldeckels von den vertikalen Kehlkopfbewegungen abhängt: je geringer der Hals fällt, desto mehr wird der Kehldeckel geneigt; er schließt den Eingang und umgekehrt.

Von dieser komplexen Bewegung hängt die Stimmklang, ob die Stimme bedeckt oder offen klingt.

Auf solche Weise verändert sich die akustische Struktur der Resonatoren, die verschiedenen Vokale und Konsonanten bilden sich, dank der Veränderung des Volumens und der Resonatoren. Außerdem werden in dem Sprachkanal bestimmte Resonanzbedingungen, die die Stimmfarbe bestimmen.

Bild 10. Rachenraum

  1. Vorhalle des Mundes;
  2. Nasopharynx;
  3. Mundhöhle;
  4. Tonsille;
  5. Kinnmuskel;
  6. mündliche Teil des Rachens;
  7. Musculus mentohyoid;
  8. Kehlkopf-Rachen;
  9. Kehlkopf;
  10. Speiseröhre;
  11. Luftröhre.

Bild 11. Das Atemapparat

  1. Nasenhöhle;
  2. Pharynx;
  3. Mundhöhle;
  4. Epiglottis;
  5. Vestibulumfalten;
  6. Ventrikel des Kehlkopfes;
  7. Stimmlippe;
  8. Schildknorpel;
  9. Kehlkopf;
  10. Luftröhre;
  11. Gabelung der Luftröhre;
  12. rechte Hauptbronchus;
  13. linke Hauptbronchus;
  14. Oberlappen der rechten Lunge;
  15. Oberlappen der linken Lunge;
  16. Mittellappen der rechten Lunge;
  17. Mittellappen der linken Lunge;
  18. Unterlappen der rechten Lunge.
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