1.2.3. Atmungsarten.

Nach der Art der Erweiterung in dem Brustkorb wird die Brustatmung in verschiedene Arten unterteilt: Kostalatmung, Abdominalatmung und gemischte Atmung.

Bild 4. Atmungsarten im Gesang.

Die Kostalatmung kann von 3 Formen sein: die Schlüsselbein-, die Hochkostal- und die Unterkostalatmung

Obwohl diese zwei ersten Atemformen sehr anstrengend sind, können sie bei vielen Menschen beobachtet werden. Bei der Hochatmung sind die Schultern bei der Einatmung hochgezogen und der Bauch zu sehr angespannt. Die Bauchorgane drücken dabei gegen das Zwerchfell. Dies verhindert die Öffnung des Brustkorbs an der Lungenbasis, wo sich die meisten Lungenbläschen befinden. Der Gasaustausch ist dadurch unergiebig, weil sich die Lunge nicht genügend ausdehnen kann.

Während der Atmung ist die Muskelkraft, die die Phonationsausatmung bestimmt, viel geringer, und das Luftvolumen ist dasselbe, wie bei der Unterkostalatmung, die Bewegungen sind aber plastischer.

Mehr effizient ist die Kombination von Bauchatmung und Unterkostalatmung, die sogenannte "Kostal-abdominale Atmung", sie nennt man auch unkorrekt die Zwerchfellatmung. Durch diese Atmung werden die Bauchorgane in günstiger Weise massiert. Sie schieben dabei die elastisch gespannten Bauchmuskeln nach vorne und zur Seite, Bauch und Taille werden rund. Ohne Anstrengung wird der untere Lungenbereich gut geöffnet und mit Luft gefüllt. Bei einer reinen Bauchatmung werden allerdings die oberen Lungenbereiche zu wenig durchlüftet.

Man betrachtet schon lange diese Atmungsart als mehr effizient für die Phonation, besonders für ihre Spezialformen: beim Singen und bei der szenischen Sprache. Solche Atmungsart passt sich flexibel an die Phonationsbedingungen an und kann in jedem Moment geändert werden, der Höhe und der Kraft des Anlautes, dem Genre und der Absicht des Singers, eine bestimmte Ausdruckskraft beim Singen zu erzielen, entsprechend. Die Physiologen haben keine strikte Gliederung der Atmungsarten.

In der vokalen Praxis gibt es mehrere Individualtypen der Atmung in diesen Atmungsarten, sie sind oft miteinander eng verbunden. Diese Hauptformen sind hier eher als typische Beispiele für die Klassifizierung dargestellt.

So haben die Wissenschaftler die Ansicht, dass man von einer gut definierten Art des Singens nicht sprechen kann. Immer mehr Forscher sind eher der Meinung, dass wir die Existenz der einzelnen Atmungsarten im Hinblick auf die effizienteste Nutzung der Muskelkraft auf der Grundlage der Kostal-thorakalen Atmungsart, die die optimale Menge an Atemluft bietet, zu erkennen.

Im Gesang ist all die Atmungsaktivität, unabhängig von den genannten Atmungsarten, ausschließlich auf die Erstellung und Pflege das erforderlichen glottalen Drucks zu konzentrieren, die die Kraft und die Tonhöhe, die Gesangstechnik und Ton, sowie auch die Ausdrucksstärke, je nach Intention des Sängers, bestimmt. Alle diese Faktoren wirken auf den Tonus des Kehlshließmuskel, der wiederum regelt und den subglottalen Druck.

Einige Sänger wollen eine bessere Klangqualität der Stimme haben, sie ausüben die bösartige Praxis, indem sie den subglottalen Druck benutzen, das erzielen sie durch Überaktivität der Bauch-und Brustmuskulatur. In solchen Fällen nehmen sie zu viel Luft und können ersticken. Außerdem, so die Experten, ändert die konstante tiefe Atmung beim Singen die Elastizität des Lungengewebes, erweitert die Alveolen und führet zur Entwicklung von Lungenerkrankungen wie z.B. Emphysem. In solchen pathologischen Veränderungen in der Qualität Beatmungsvorrichtung wird die Phonation unmöglich.

Spezielle Studien haben gezeigt, dass eine relativ kleine Luftmenge (wie bei einer gemäßigten Einatmung) kann die Dauer der Phonationsausatmung von 15 bis 20 Sekunden bereitzustellen. Diese Zeit reicht aus, die längste musikalische Phrase zu erfüllen.

Ein tiefer Atemzug benutzt im Großen und Ganzen das Zwerchfell, was zu einem hohen subglottalen Druck führt. Der Tonus der Stimmlippenschließung ist in diesem Fall sehr stark, obwohl dies auch von der Stärke der Kehlkopfmuskulatur des Sängers. In der Phase der Ausatmung wirkt die Muskelaktivität vom Bauch- bis zu den Aenden- und sakralen Nervenwurzeln, mit dem Anschluss des Beckenbodens und der Muskeln des Dammes.

Subglottaler Druck erforderlich im Singen, ist mit einer schnellen Einatmung möglich. Beruhend auf die Erfahrungen von der Ausbildung, nimmt der Sänger genau die Luftmenge, die für entsprechende Stärke und Dauer des Tons genug scheint. Dann wird die Stimmritze geschlossen und ein entsprechender seiner Schlussdichte Druck entsteht, den der Sänger während der gesamten Dauer der musikalischen Phrase beibehalten muss, das heißt, mit dem Atemstütz singen.

Bild 4. Die Atmungsarten im Gesang.

A - Bauchatmung (Abdominalatmung). Das ist die Atmungsart, bei der der Brustkorb nicht bewegt, die Einatmung erfolgt nur durch die Zwerchfellsenkung mit dem Ausweichen der Baucheingeweide nach vorne.

B - Bauch-Flankenatmung (Obere kostoabdominale Atmung). Die Erweiterung des Brustraums erfolgt bei dieser kombinierten Atmungsform sowohl durch Kontraktion des Zwerchfells als auch durch Hebung der Rippen.

C - Bauch-Flankenatmung (kostoabdominale Atmung). Die Erweiterung des Brustraums erfolgt bei dieser kombinierten Atmungsform sowohl durch Kontraktion des Zwerchfells als auch durch Hebung der Flanken.

D - Die Thorakalatmung (wird auch Kostalatmung genannt), beim Einatmen kontrahieren sich die Atmungsmuskeln und das Zwerchfell bleibt unberührt und der Bauch ist eingezogen.

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